Historisches

historisch.jpgDie Holländische Mühle liegt direkt an der Grenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt.

SACHSEN - Kurfürstentum, Königreich, Freistaat, Reichstadthaltergebiet, DDR, nun wieder Freistaat. Land der rückwärtigen Sehnsucht mit Vorliebe fürs erfolglose Ländermausen. Immer wieder neu vermessen. Emsiger als mit Reichsapfel und Zepter mährn die Regenten mit Distanz - und Postmeilensäulen rum.

APROPOS drinnerummährn - sich in fremde Angelegenheiten einmischen - eine beherrschende Eigenschaft der Sachsen. In der ehemligen DDR-Hauptstadt entfielen auf einen Berliner zwei Sachsen. In der HOLLÄNDISCHEN MÜHLE vertritt aber ein Berliner Küchenmeister unsere sächsische Küche - ein sogenannter ANGELSACHSE ...


CHRONIK

Anno 1503 baten niederländische Glaubensbrüder um Aufnahme in das Hochstift zu Merseburg. Bischof Thilo von Trotha gewährte den Gleichen im Klostergebäude „St. Gotthard“ Unterkunft. Als Bedingung forderte er, dass dieselben nicht betteln sondern sich selbst ernähren sollten.

Anno 1545 wurde das Kloster für 650 Gulden verkauft, so dass die Niederländer nach einer neuen Bleibe bestrebt sein mussten. So hielten sie den hiesigen Standort für geeignet, um eine Windmühle im holländischen Baustil zu errichten.

Die von der Querfuhrter Grenze kommende Handelsstraße führte über Merseburg nach Leipzig ��� unmittelbar an der Holländischen Mühle vorbei.

Der „Accurate Geometrische General Ris“ des Stiftes Merseburg von Petrus Schenk weist südlich von Großdölzig und Kleindölzig die Holländische Mühle  Anno 1600 als

GASTHAUS zur HOLLÄNDISCHEN MÜHLE aus. 

Anno 1763 wurde mit der Salzgewinnung in Dürrenberg, Treuditz und Kötzschau begonnen. Durch dieses Ereignis entstanden die Treuditz-Kötzschau-Dürrenberger Salzstraßen, welche bei Dölzig zusammenkamen und nach der Haupt-Salz-Niederlassung nach Leipzig führten.

Anno 1793 gab es starke Auseinandersetzungen an den Ortsgrenzen, weil die Ein- und Ausfahrten mit Schlagbäumen versperrt waren und den Fuhrleuten Geleitgelder, Schlaggelder und Wegegelder abverlangt wurden.

Leider wurde die „HOLLÄNDISCHE MÜHLE“ während der Völkerschlacht bei Leipzig (Anno 1813) durch Brand zerstört.

Im Jahre 1815 wurde nach der Grenzregulierung der beiden Königreiche Sachsen und Preußen die Zollstellen an die Landesgrenzen verlegt. So wurden zwischen Dölzig und Günthersdorf  zwei Schlagbäume, ein grün-weißer und ein schwarz-weißer aufgestellt, und der „GASTHOF zur HOLLÄNDISCHEN MÜHLE“, sowie das gegenüberliegende Haus als Zollstation eingerichtet. Auf beiden Seiten kontrollierten barbeißige Zollwächter an den Grenzübergängen die Fuhrleute und deren Wagen nach zollpfllichtigen Waren.

Anno 1834 wurden diese Zollschranken wieder entfernt.

Von da an wurde gesagt, dass an der Chaussee von Merseburg nach Leipzig verschiedene Gasthöfe bestanden. Wie auch der „GASTHOF zur HOLLÄNDISCHEN MÜHLE“, wo Fuhr- und Handelsleute auf dem Weg nach Leipzig zur Messe durch Speis und Trank sich gut laben konnten.

Zur Jahrhundertwende 1900 erwarb die ortsansässige Familie Kohlmann das Anwesen und behielt es in Familienbesitz bis zum 13. Oktober 1976. Herr Otto Kurt Kohlmann verkaufte das Anwesen an das damalige BBB RFT Nachrichten und Messtechnik Leipzig. Somit wurde die „HOLLÄNDISCHE MÜHLE“ zum Volkseigentum.  1984 wurde dieses volkseigene Grundstück zum „Beratungs- und Konsultationszentrum“ des örtlich geleiteten Bauwesens mit öffentlicher Gasstätte.

Nach diesem Zeitpunkt brachten mehrere Pächter und Eigentümer ihre Vorstellungen in das Haus ein. So wurde unter der Leitung der Familie Winterheimer die Stein- & Holzarbeiten durchgeführt. Die Familie Schüler eröffnete nach 9monatigem Umbau die Herberge neu.

Seit 2005 unter der Leitung von Familie Vogel wird sich auf alte Traditionen & Ursprünge besonnen. So ist die Räucher- & Backstube wieder in Betrieb, Kleinvieh bevölkert die alten Stallungen, der Innenhof ist zum gemütlichen Biergarten gewachsen. Seit 2009 können wieder im „alten-neuen“ Saal Feste gefeiert werden.

In all dieser Zeit, und auch in Zukunft gilt:

„Holländische Mühle“ seit über 400 Jahren im Zeichen außergewöhnlicher Gastlichkeit!